NACHTGEFLÜSTER

Dunkelheit. Sie, gegen die Wand gelehnt, glücklich die Augen hinwendend zu einem imaginären Himmel, und doch nur gen Zimmerdenke, an ihn denkend, seine Hände auf ihrer Haut spürend, seinem Atem lauschend.

So real und doch nur Traum, doch nur Nachtgespinst, nur nächtliches Gefühl. Denn am Tage, tagsüber, nein, nie würde sie an ihn denken. Manchmal; diese Nachtgespinste jedoch erscheinen nur in der Nacht, diese Gefühle nur bei Dunkelheit, die schützt und ihre roten Wangen versteckt.

Was glaubst du denn zu wissen? Mädchen, Mädchen... Sieh dich einmal an, nichts bist du, unwissend, unattraktiv; glaubst dem zu Trotz ihn begehren zu dürfen? Du bist die Blicke anderer nicht wert.

Nein, die Stimmen, die Stimmen, immer wieder diese Stimmen in der Nacht, in der Dunkelheit, so deutlich. Stimmen, die von ihrer Nichtigkeit erzählen, ihrem falschen Stolz, ihren enttäuschten Hoffnungen.

Sie, noch immer gegen die Wand gelehnt, doch die Augen und Ohren verschließend.

Nein, nein, nicht ihr.

Du bist nicht die, die du zu sein glaubst. Dachtest du das etwa? Dachtest, du wärest hübsch, ganz ansehnlich, aufgrund von Gelesenem wissend in dem, was du dir nur vorzustellen vermagst? Lächerlich, einfach lächerlich. Gib es auf.

DU BIST ALLEIN.

Du wirst immer allein sein. Niemand, niemand wird dich auch nur ansehen, sogar du meidest doch die Spiegel des Hauses. Gib es auf. Genieß deine Einsamkeit. Friss. Friss! FRISS, VERDAMMT!! Und werde fetter, werde fetter; niemand wird dir je auch nur einen zweiten Blick schenken.

GIB ES AUF.


Sie, auf den Boden sinkend, die Augen noch immer geschlossen; Tränen, die über die Wangen laufen, Schweigen. Sie, wie immer zu schwach, um sich gegen die Stimmen zu wehren; diese Stimmen, die sie ihrer letzten Hoffnung berauben;
Nachtgeflüster in der Dunkelheit.



11.04.2007


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