LATER

Nein, nicht heute, nicht jetzt, nicht in diesem Augenblick.

Schau dir die Sonne an; ist sie nicht Lichtblick genug? Zeigt sie dir nicht, welch Schönheit die Welt dir zu offenbaren hat?
Nicht jetzt, bleibe noch, verweile noch, geh nicht.

Lass mich nur meine Arme um dich legen, nur dieses Mal, da du dort am Fenster stehst und in die Ferne starrst. Ich möchte deine Wärme spüren, möchte, dass du meine Wärme spürst und sie fühlst, die Schönheit, die Geborgenheit dieser Welt in dich fließen lässt.
Geh nicht, bleibe noch, ich brauche dich doch.

Ich möchte dich nicht allein lassen, nein; ich möchte mit dir reden, deine wunderschöne Stimme hören. Offenbare dich mir, ertränke dich nicht im Schweigen; rede und lebe, lebe und rede, sei ganz bei mir. Lass deine Stimme durch den gesamten Raum schwingen, denn sie ist es doch, die ich an dir liebe; ihre Warmherzigkeit, ihre Weichheit, ihre überwältigende Schönheit, deine atemberaubende Schönheit. Ich will dich.
Darum bleibe bei mir, verlass mich nicht, verlass nicht diese Welt.

Du hast es vielleicht nicht erlebt, nie gesehen, nie sehen wollen; aber dieses Dasein ist so wunderschön, dir wurde so viel geschenkt. Wirf es nicht weg, nimm es dankbar an und bleibe am Leben, bleibe bei mir, lass mich dich trösten, deine Tränen wegwischen, dein Schweigen brechen; vertrau dich mir an, geh nicht weg, bleibe hier.

Wenn du auch nur ahntest, welch schönen Anblick du gibst, wie du dort stehst, dich zögernd zu mir wendest und mit deinen abgrundtiefen Augen in die meinen blickst;
wenn du auch nur ahntest, wie sehr ich dich in diesem Augenblick begehre, wie ich mich danach verzehre, dich zu halten, dich zum Lächeln zu bringen;
wenn du doch ahntest, wie viel du mir bedeutest.

Komm, komm zu mir, bleibe noch ein Weilchen.

Dein Rendezvous mit dem Tod ergibt sich auch später, ich aber lebe nur in diesem Augenblick.



20.03.2007


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